03.07.2025 – Sommer, Sonne, Stress? Quick-Tipps gegen Freizeitstress

03.07.2025 – Sommer, Sonne, Stress? Quick-Tipps gegen Freizeitstress

Wann haben Sie zuletzt getrödelt, geträumt, wann sind Sie geschlendert, haben den Wind auf der Haut gespürt, einen guten Moment genossen oder haben einfach mal nichts getan?

Wenn Freizeit zur Belastung wird

Die Sonne scheint, es ist warm und das Leben findet draußen statt: Sport, Familienfeiern, Events, Grillabende, Biergärten, Freibäder, Ausflüge, Freunde treffen, Urlaube….

Gerade jetzt erleben viele Menschen verstärkten Stress. Freizeitstress, Urlaubsstress oder die ständige Angst, etwas zu verpassen – Sommer bedeutet für viele: Ambivalenz und Belastung verbunden mit dem Druck, einen „tollen“ Sommer erleben zu müssen.
In der warmen Jahreszeit sollte doch auch Leichtigkeit und Erholung möglich sein.

Was treibt uns an?

1) FoMo – Fear of Missing Out
Das ständige Gefühl, etwas zu verpassen, spielt gerade in den Sommermonaten eine große Rolle. Über Social Media gaukeln wir einander vermeintlich perfekte Urlaube, Grillabende, Festivals oder Ausflüge vor. Schnell entsteht das Gefühl: „Alle erleben etwas – nur ich nicht. Mein Leben ist langweilig. Ich müsste auch….“

2) Mental load – was wir alles „müssen“
Die Angst, nicht gut genug zu sein, nicht genug zu tun, nicht mithalten zu können erzeugt bei vielen Menschen erheblichen inneren Druck. Noch mehr Druck entsteht durch Sorgen, nicht alles erledigt bekommen oder etwas zu vergessen: „Schnell noch xy erledigen, schnell noch den Bericht schreiben, schnell noch… schnell, schnell… “. Unsere inneren to-do-Listen werden endlos.

3) Leistungsdruck und Selbstoptimierung
Sommer wird oft gleichgesetzt mit „alles optimal, gute Laune, fit und aktiv sein…“. Oft wollen wir z. B. an Wochenenden oder im Urlaub besonders produktiv oder kreativ sein, endlich Sport machen, gesünder zu essen oder persönliche Projekte umzusetzen. Aus Erholung wird Leistungsdruck.

4) Social (Media) Vergleich
Überall anders sehen wir das Bild vom perfekten Sommerleben. Der Vergleich mit anderen kann das eigene Erleben abwerten und uns unzulänglich fühlen lassen. In den wenigsten Fällen stellen diese Bilder die Realität dar…

5) Ziellos ohne Alltagsstruktur
Sommer bedeutet mitunter veränderter Tagesrhythmus, Urlaubs- und Familienzeit oder Zeit alleine. Gewohnte Strukturen fallen weg – das kann befreiend UND irritierend sein. Routinen geben uns Halt. Ohne Routinen können wir uns haltlos und gestresst fühlen.

6) Überfüllte Kalender
Paradoxerweise füllen wir unsere Freizeit oft mit so vielen Aktivitäten, dass kaum noch Raum für echte Erholung bleibt. Wir unterschätzen Aufwände, Zeiten und die Planung… Der Sommer wird zur to-do-Liste.

Besser durch die Sommerzeit mit…

… realistischen Erwartungen an mich: Erlaube ich mir auch mal Leerlauf und Langeweile? Nicht jeder Moment muss „besonders“ sein.

… Realitätscheck! „Muss ich?“ Wirklich?? Das Hamsterrad anhalten und in Ruhe überlegen schafft erst wieder einen klaren Blick auf unsere eingeschliffenen Routinen.

… meiner eigenen Zeit und in meinem Tempo: Was will ich, was nicht? Wie lange? Wie viel von etwas? Was nicht mehr? Wo von weniger?

… Achtsamkeit für mich: Wie ist aktuell mein Befinden? Was tut mir jetzt gut? Erholung – auch im Kleinen – sieht für jeden anders aus. Es lohnt sich, dass wir uns selbst gut zuhören.

… digitalem Detox: Wie gut tut bewusste Zeit ohne Social Media! Vergleiche führen selten zu Zufriedenheit.

… meine Zeit bewusst begrenzen: Will ich jede Minuten verplanen? Oder weniger tun und mehr sein?

… meinen Freizeit-Routinen: Ich behalte so viel sanfte Tagesstruktur wie nötig, um mich sicher und entspannt zu fühlen.

… meinen Wohlfühlquellen: Manches haben wir einfach vergessen. Wir müssen die Welt nicht neu erfinden, sondern können uns erinnern! Einen liebgewonnenen Menschen wieder anrufen, Spazierwege und Lieblings-Plätze wieder entdecken, Stipvisiten machen, was ich immer schon tun wollte…

Und wenn der Stress dauerhaft zu viel wird: Hilfe annehmen

Manchmal erleichtert uns bereits ein Gespräch und die gemeinsame Reflexion mit einer Vertrauensperson. Der bewusstere Umgang mit dem eigenen Verhalten – und manchmal steckt mehr dahinter.

Wenn Freizeitstress zu Schlafproblemen, Reizbarkeit, dauerhafter Anspannung oder Erschöpfung führt, wenn der Urlaub immer wieder in die Freizeiterkrankung (leisure sikness) führt, kann es sinnvoll sein professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.

Beratungsziele in meiner Praxis

Ziel ist es, Ihr Verständnis und Ihr Bewusstsein für Ihre persönlichen Stressauslöser zu trainieren und problematische Lebensroutinen, unbewusstes Anspruchdenken und daraus resultierende Gewohnheiten zu verändern. Wenn Sie sich-selbst-verstärkenden-Dynamiken früher durchschauen, dann können Sie zukünftig schneller besser für sich selbst sorgen.

Nehmen Sie sich ernst, aber nicht zu schwer!

Damit Sie kleine und größere sommerliche Momente leichter und unbeschwert leben können.

Sie möchten Ihr individuelles Stressverhalten besser verstehen und Ihre persönlichen Stressoren gezielter ausbalancieren?

16.02.2025 – Stress und Stressfolgen: Ein Blick auf Ursachen, Wirkungen und auf Lösungsansätze

16.02.2025 – Stress und Stressfolgen: Ein Blick auf Ursachen, Wirkungen und auf Lösungsansätze

Was ist eigentlich „Stress“ und wie wirkt Stress sich auf unseren Körper und unsere Psyche aus?

Was können wir tun, um Stressbelastungen zu erkennen und sie effektiv zu reduzieren?

Stress ist ein allgegenwärtiges Phänomen in unserem Leben. Stress begegnet uns allen in dauerhaften beruflichen Herausforderungen, in familiären Verantwortlichkeiten, sozialen Anforderungen und Freizeitstress, unseren eigenen Ansprüchen… Die meisten von uns können diese Liste fortschreiben!

Wozu eigentlich Stress?

Stress hilft uns zu überleben. Stress ist zuerst eine natürliche Reaktion unseres Körpers auf Herausforderungen. Es handelt sich um einen raschen, unwillkürlichen, biologischen Anpassungsmechanismus, der uns hilft mit schwierigen Situationen umzugehen („fight or flight“).

Arten von Stress

  • Eustress, der positive Stress: Er motiviert uns immer wieder und hilft uns, (Höchst)Leistungen zu erbringen.
  • Distress, der negative Stress: Er wirkt belastend und kann langfristig schädliche Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben.

Was löst unseren Stress aus?

Äußerer Stress entsteht durch Umgebungsfaktoren, z. B. durch Arbeitsdruck und Arbeitsverdichtung, Konflikte, sozialen Druck oder finanzielle Sorgen.
Unseren inneren Stress erzeugen wir selbst z. B. durch unsere hemmenden Gedanken, Selbstzweifel, unsere eigenen hohen Ansprüche und unsere Ängste.

Was passiert in Körper und Psyche wenn wir gestresst sind?

In der ersten Stressantwort in einer akuten Stresssituation schüttet unser Körper Hormone wie Adrenalin und Noradrenalin aus. Diese steigern unsere Herzfrequenz, erhöhen den Blutdruck und aktivieren kurzfristig unsere Energiereserven. In der zweiten Stressantwort bei anhaltendem Stress wird u.a. Cortisol freigesetzt. Ein Hormon, das den Körper auf längere Belastungen vorbereitet. Die dauerhafte Erhöhung des Cortisolspiegels führt zu vielfältigen negativen Auswirkungen.

Chronischer Stress hat Folgen…

… und eine unbewältigte, dauerhaft hohe Stressbelastung kann u.a. zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen.

  • Körperliche Folgen sind z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erhöhter Blutdruck, geschwächtes Immunsystem, Autoimmunerkrankungen, Erkrankungen Magen-/Darmtrakt.
  • Psychische Folgen können sich in Angst- und Panikstörungen, Depressionen, Burnout oder Schlafstörungen manifestieren.

Spezielle Auswirkungen eines dauerhaft erhöhten Cortisolspiegels

Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel kann eine Vielzahl von körperlichen Beeinträchtigungen mit sich bringen:

  • Stille Entzündungen können unerkannt durch chronisch erhöhte Cortisolwerte im Körper fortbestehen. Diese sogenannten Niedrigentzündungen sind oft schmerzfrei, führen jedoch langfristig zu Erkrankungen wie Arteriosklerose oder Diabetes Typ 2.
  • Abschwächung des Immunsystems führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen und einer verzögerten Wundheilung. Ein dauerhaft hoher Cortisolspiegel unterdrückt unsere Immunantwort. Auch vermindert sich unser Schmerzempfinden.
  • Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Erhöhung von Blutdruck und Blutfettwerten durch Cortisol steigert unser Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle.
  • Beeinträchtigung des Stoffwechsels durch einen chronisch hohen Cortisolspiegel kann eine Insulinresistenz und unser Risiko für Übergewicht und Diabetes fördern.
  • Knochenabbau. Cortisol hemmt die Knochenbildung und kann langfristig Osteoporose begünstigen.
  • Negative Auswirkungen auf das Gehirn und dessen Struktur und Funktion. Erhöhtes Cortisol beeinträchtigt unseren Hippocampus. Gedächtnisprobleme und eine erhöhte Anfälligkeit für psychische Erkrankungen wie Depressionen sind die Folge.

Individuelle Stressoren und allgemeine Risikofaktoren

Stressoren sind unsere spezifischen Auslöser für Stress. Jeder Mensch erlebt Stressbelastungen wie Zeitdruck und Arbeitsbelastung, zwischenmenschliche Herausforderungen und Erwartungsdruck ganz individuell.
Zu den stressverschärfenden Risikofaktoren gehören ungesunde Lebensgewohnheiten wie Bewegungsmangel, unausgewogene Ernährung, verminderte Pausen und Entspannungsphasen, verminderte Schlafqualität, fehlende Abgrenzungsfähigkeit,
Perfektionismus, geringe soziale Einbindung.

Was können wir gemeinsam für Ihre Stress-Entlastung tun?

Im Stressmanagement: analysieren und identifizieren wir Ihre Stressauslöser und entwickeln effektive und nachhaltige Strategien für Ihre Stressbewältigung.
Mit Aufmerksamkeitstraining lernen Sie, Ihre Aufmerksamkeit bewusst zu steuern, Sie fokussieren Ihre Gedanken, verändern Alltagsrituale. Sie lernen, sich wieder vermehrt auf positive Aspekte auszurichten. Achtsamkeitstraining kann Sie mit Meditation und Atemtechniken unterstützen, im Moment zu bleiben und langfristig Ihr allgemeines Stresselevel zu senken.
Rückfallprophylaxe unterstützt Sie dabei, langfristig „ent-spannter“ zu bleiben. Durch regelmäßige Reflexion, Wissen um Ressourcen, Festigung neuer Verhaltensmuster und langfristigen Aufbau von Resilienz können Sie Rückfälle in alte Stressmuster bewusst entgegenwirken.

Ziele unserer Arbeit

Ich gebe Ihnen praktische Werkzeuge an die Hand, damit Sie es wieder leichter haben. Einen besonderen Wert haben individuelle Ansätze, die zu Ihrer Lebenssituation passen. Ziel ist es, Ihr Verständnis und Ihr Bewusstsein für Ihre persönlichen Stressauslöser zu trainieren und problematische Lebensroutinen und Denk-Gewohnheiten zu verändern. Wenn Sie sich-selbst-verstärkenden-Dynamiken früher durchschauen, dann werden Sie zukünftig schneller besser für sich selbst sorgen können. Sie werden mehr Selbstvertrauen im Umgang mit Stress aufbauen und Ihre Widerstandskräfte (Resilienz) nachhaltig stärken.
Die gute Nachricht 😊 Es gibt viele Möglichkeiten und Einflussebenen, damit Sie auf vielfältige Art wieder Lebensqualität zurückgewinnen und damit Sie es leichter haben.
Die unkomfortable Nachricht heißt „self empowerment“. Raus aus der Komfortzone! Sie werden Ihre Gewohnheiten durch üben-üben-üben selbstständig ändern… Sie befähigen sich selbst und Sie ermächtigen sich zu handeln. Sie selbst werden wirksam. Und das kann Ihnen niemand nehmen! 😊

Sie möchten Ihr individuelles Stressverhalten besser verstehen und Ihre persönlichen Stressoren gezielter ausbalancieren?